Die Wochendämmerung

Politik, Gesellschaft, Quatsch. Der Podcast mit Katrin Rönicke & Holger Klein

Zäune und Mauern, Polexit und Brexit, Gazprom, ansteckende Geimpfte und Bildungsmangel

| 17 Kommentare

Mit weiter Migrationspanik wegen Belarus, Polens Rechtsstaat, Gazproms Erpressung, LKW-Fahrern und anderem Brexit-Kram, ansteckenden Impflingen, Indiens Klima-Haltung, Evolution bei Elefanten, Klimazielen, Pandora Papers in der Türkei, Bildungsmangel, Sham Jaff zum Sudan, einer guten Nachricht und einem Faktencheck von Nándor Hulverscheidt.

Links und Hintergründe

Der Faktencheck von Nándor Hulverscheidt

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17 thoughts on “Zäune und Mauern, Polexit und Brexit, Gazprom, ansteckende Geimpfte und Bildungsmangel

  1. Boethi sagt:

    Zu den Artikeln bei Ländernamen erklärt das AA in seinem „Länderverzeichnis für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland, Stand: 06.10.2021“ folgendes:

    „Die meisten Staatennamen sind Neutra und werden (wenn sie kein Attribut haben) ohne Artikel gebraucht.
    Feminina und pluralische Staatennamen stehen mit Artikel.
    Beispiele: die Mongolei, die Schweiz, die Bahamas, die Vereinigten Staaten
    Im allgemeinen Sprachgebrauch werden einige Staatsbezeichnungen sowohl mit als auch ohne Artikel verwendet. Es ist jedoch darauf zu achten, dass sie in amtlichen Schriftstücken ohne Artikel erscheinen und als Neutra verwendet werden, also z. B.: „die Hauptstadt Iraks“ oder „…von Irak“.
    Einzige Ausnahme ist „der Heilige Stuhl“; diese Kurzform wird auch in amtlichen Schriftstücken mit Artikel verwendet.“

    Das ist natürlich keine Erklärung sondern eine Festlegung. Dass im oben erwähnten allgemeinen Sprachgebrauch die Verwendung des Artikels z.B. bei Iran oder Irak zurückgeht liegt vermutlich an einem Einfluss des Englischen.

    1. Marc Hinrichsen sagt:

      Den Sprachendienst des AA wollte ich auch grad bezeichnen.
      Oft ist es auch so, dass die Bezeichnungen mit „der“ eine geographische Bezeichnung einhergeht, die nicht immer mit dem Staat einhergehen muss (Bsp der Libanon ist ei Gebirge, das nur einen Teil des Staatsgebiets ausmacht). Bei Kosovo ist die Frage, ob der oder das, mit oder ohne Artikel aus diesem Grund sogar ein Politikum…

  2. Karo sagt:

    Moin Kadda, moin Holgi,

    ich habe Bauchschmerzen bis zum Darmdurchbruch bei der Forderung Polen und Ungarn sollen die EU verlassen. Ich habe ebenfalls Magenschnmerzen wann immer autoritäre Regierungen fiskal sanktioniert werden, denn letztlich treffen die Sanktionen vor allem die Bevölkerung und nicht die Regierung. Autokraten mögen zwar nicht mehr ihre goldenen Paläste bauen können aber ein Schreckensszenario ist das nun mal auch nicht. Wirklich problematisch wird es für Despoten dann, wenn es zur Revolte kommt.

    Wenn wir fordern den Polen oder Ungarn (oder Israel oder yadayadaya) das Geld zu entziehen, fordern wir im schlimmsten Fall eigentlich Druck auf die sozial Schlechtergestellten so lange zu erhöhen bis die sich erheben und zu Fußsoldaten in unserem gerechten Kampf gegen die Despotie machen. Menschen die üblicherweise einfach nur in Ruhe leben wollen. Rock and a hard place, keine schöne Lage. Ich wäre ziemlich sauer, sowohl gegenüber dem Rock (Polnische Regierung) und dem Hard Place (EU).

    Gut passt jetzt natürlich nicht so wirklich; Polen und Ungarn sind immer noch ausreichend Demokratisch als dass sich das Volk einfach per Wahl erheben kann; kann man erwarten finde ich auch.

    Dann stellt sich aber die Frage ob die Menschen wirklich gegen die Demokratie entschieden haben oder ob da nicht einfach ein Bildungsmangel besteht? In anderen Worten sind die Polen und die Ungarn wirklich souverän in der Hinsicht? Und die Deutschen und die Engländer und die Amis auch, denn kaum einer hat sich Aktiv für die aktive Zersetzung unserer Demokratie, Klimakatastrophe und Postkolonialismus entschieden und dennoch ist das nun mal wo wir angelangt sind. Von einem „Informed Consent“ kann da keine Rede sein. Ich betrachte es – auf individueller Ebene – eher als Glücksfall, hier in Stabilen Verhältnissen zu leben.

    Mir kommt es zunehmend Denkfaul vor, ganze Länder als Einzelwesen zu abstrahieren. Die Polnische Regierung mag mein Feind sein, die Polen niemals! Wenn ich direkt gegen die Polnische Regierung vorgehe muss ich mir überlegen wie ich dabei die Polen in Sicherheit bringe und gut versorge.

    Und im übrigen, durch ausüben funktioniert doch auch auf individueller ebene üblicherweise zu Menschenverachtenden Resultaten, wie man zum Beispiel an Hartz 4 sieht.

    Sicherlich gäbe es Kreative Lösungen mit der Situation umzugehen; zum Beispiel könnten wir groß angelegt Propaganda (pro Demokratie) finanzieren oder gigantische Investitionstöpfe aufmachen die Direkt an die direkt an Soziale Projekte ausgeschüttet werden.

    Wollen wir aber nicht, meine Verschwörungstheorie ist ja, dass uns ein bisschen Despotismus an unseren Außengrenzen eigentlich ganz recht ist.

    LG,
    karo

    Edit: Gleicher Kommentar, mit Formatierung (hoffentlich)

    1. Ronda sagt:

      Hinzu kommt, dass man vielleicht ein bisschen schauen sollte, was es an Gegenkandidaten gibt in diesen Ländern. Wenn der Orban mal weggewählt sein sollte, tauscht man dann Pest gegen Cholera oder laufen da tatsächlich Wunschkandidaten rum, und die lokale Bevölkerung mag die nicht?

  3. JR sagt:

    Ein kurzer Hinweis zu dem Faktencheck von Nandor: Bei den Anerkennungszahlen vom BAMF sollte man im Hinterkopf behalten, dass es sich bei einem nicht unsignifikanten Teil davon um in Deutschland geborene Kinder handelt, deren Eltern hier schon Schutz haben. Man kann also nicht davon ausgehen, dass 40 Prozent der Asylsuchenden, die einreisen (und um die geht es hier ja) auch Schutz bekommen. Viele kommen ja tatsächlich nicht, weil sie verfolgt werden, sondern, weil sie sich hier ein besseres Leben erhoffen. Sie abschätzig als Wirtschaftsflüchtlinge zu bezeichnen, ist natürlich trotzdem falsch. Niemand verlässt auf diesem Wege ihre Heimat, wenn es ihnen dort gut geht. Zu den sonstigen Verfahrenserledigungen zählen neben Dublin-Entscheidungen soweit ich weiß auch Einstellungen (wenn ein Antrag zurück genommen wird oder das Verfahren „nicht betrieben“ wird) und Entscheidungen zu Folgeanträgen, wenn kein erneutes Verfahren durchgeführt wird.

  4. Doris sagt:

    Zum Artikel bei Ländernamen der Zwiebelfisch noch etwas weitergehende Auskünfte zu Ländern die im Maskulin oder als Neutrum geführt werden können – sowie unter welchen Bedingungen auch bei Ländern im Neutrum der Artikel wieder auftaucht 😉

    https://www.spiegel.de/kultur/zwiebelfisch/zwiebelfisch-abc-laendernamen-mit-artikel-laendernamen-ohne-artikel-a-327185.html

  5. Volker sagt:

    Hallo,
    möchte an dieser Stelle eine kleine Anmerkung bezüglich der Polarlichter machen. Diese werden nicht wie im Podcast dargestellt von elektomagnitscher Strahlung verursacht, sondern von ionisierten Teilchen, welche mit der Atmosphäre wechselwirken. Evtl. kann sich Holger hier mal bei seinem Freund Florian Freistetter kundig machen. Das Wissen über solche zusammenhänge kommt in meinem Fall zumindest zu einem großen Teil von ihm. 🙂

    1. David sagt:

      > welche mit der Atmosphäre wechselwirken.

      Naja so halb. Das Magnetfeld der Erde hat schon viel damit zu tun, und das ist an den Polkappen nun mal schwach wegen der Ausrichtung der Feldlinien. Deswegen gibt es dort die Polarlichter und nicht am Äquator, der auch tolle Atmosphäre hätte….

      Ansonsten Lob zur Themenauswahl… diesmal Sudan und die Elefanten. Etwas deprimierend aber der Wortlaut von Sham, der „bekannte“ Ministerpräsident etc, die ich bis eben noch nie gehört habe. Viel viel Bildungslücke dort im großen Land Afrika im Süden… 😉

      1. Volker sagt:

        Leider stimmt deine Aussage nur so halb. Das Erdmagnetfeld ist tatsächlich an den Polen am stärksten. Der Sonnenwind (geladene Teilchen), welcher aus äquatorialer Richtung kommt, wird vom Erdmagnetfeld in Richtung der Pole gelenkt. Dort treffen diese Teilchen auf die Atmosphäre und ionisier im Wesentlichen Sauerstoff- und Stickstoff-Atome aus der Atmosphäre. Bei der Rekombination dieser Teilchen wird Licht freigesetzt welches wir als Polarlichter sehen können. Es sind also Atome aus der Atmosphäre, die das Licht letztlich aussenden.
        Bitte nicht falsch verstehen, ich möchte keine Kritik am Podcast selbst äußern. Finde nur, dass hier ein gewisser Anspruch an Genauigkeit gestellt wird (Stichwort: Faktencheck). Und in diesem Kontext wollte ich auf diese kleinen Fehler hinweisen.
        Macht weiter so.

        Qulle: https://www.youtube.com/watch?v=8h5tDoisPNc

  6. Andre sagt:

    Ich habe jetzt eine Weile an der Elefanten-Geschichte rumgedacht, und bin zu dem Schluss gekommen, dass das weniger mit Evolution zu tun hat, und mehr die Selektion der Jäger ist. Denn laut SWR Impuls wäre die Mutation der stoßzahnlosen Elefanten-Damen dominant für das Merkmal, keine Stoßzähne zu entwickeln, und rezessiv für Tödlichkeit (weswegen männliche Nachkommen mit der Mutation nicht lebend zur Welt kommen). Die Mutation gab es wohl schon eine Weile, ohne einen akuten Vorteil für deren Trägerinnen darzustellen. Wenn nun aber Jäger diejenigen Elefanten töten, die Stoßzähne haben, dann überleben (logischerweise) anteilig mehr Tiere, die keine Stoßzähne haben.
    Als Beispiel für schnelle Evolution ist das weniger geeignet, als die eine Motte (oder war das ein Schmetterling?), die sich auf hellen Bäumen nicht sichtbar von der Borke absetzt, bei der aber wegen Umweltverschmutzung relativ schnell dunkler gefärbte Flügel sich durchgesetzt haben. Weil die dunkleren Tiere sich vor der dunkler werdenden Borke weniger abgesetzt haben.

    1. Christian sagt:

      Die in Australien ausgesetzte Krötenart Rhinella marina soll innerhalb von 10 Jahren ihre Sprungweite verfünffacht haben.
      Sie wurde in Australien zur Schädlingsbekämpfung ausgetzt und beobachtet.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Aga-Kr%C3%B6te#Auswirkungen_auf_die_Fauna_Australiens

      https://www.dw.com/de/aga-kr%C3%B6ten-evolution-im-hier-und-jetzt/a-18215028

      Der Schnellste gewinnt

      „Aga-Kröten wandern normalerweise etwa zehn Kilometer im Jahr“
      „Hier in Australien aber legen sie 55 Kilometer pro Jahr zurück.“

  7. Hannes sagt:

    Kleine Anmerkung zu der Frage ob Menschen, die sagen dass sie sich aus Angst vor Langzeitfolgen nicht impfen lassen dumm sind.

    Ich würde sagen nein. Da man die Nichtexistenz einer Sache nicht beweisen kann, kann man rein logisch immer annehmen dass es etwas gibt. So ist es auch mit den Langzeitfolgen – Virologen wie Kekule reden in dem Zusammenhang von den „Unknown Unknowns“. Das ist meiner Meinung nach das was bei denen, die sich aus Angst vor Langzeitfolgen nicht impfen lassen, verfängt.

    Die eigentliche Frage ist die nach der Wahrscheinlichkeit. Da ist es natürlich vollkommen klar, dass es extrem unwahrscheinlich ist dass es solche Langzeitfolgen gibt. Der Impfstoff wird komplett abgebaut, man hat Langzeitfolgen bei anderen Impfstoffen noch nie beobachtet und es gibt soweit ich weiß keinen seriösen Virologen der bisher hätte erklären können wie der Wirkmechanismus einer solchen Langzeitfolge aussehen könnte.

    Ich würde daher in dem Zusammenhang nicht von Dummheit sondern von Angst sprechen – eben weil es rein logisch sein könnte, dass es sowas gibt aber es ist sehr unwahrscheinlich. Bei jemandem der Sorge hat, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt (was man auch logisch nicht ausschließen kann wo aber auch niemand sagen könnte wie das denn passieren sollte) würde man ja vermutlich auch nicht von Dummheit sondern eher von Angst (oder Wahn) sprechen.

    Man könnte jetzt sagen, das ist doch egal ob es Angst oder Dummheit ist. Ich glaube aber, dass das schon ein wichtiger Unterschied ist weil davon abhängt wie man das Problem angeht.

    Wie Holger schon sagt – die Informationen sind alle da, also der Ansatz besser zu informieren wird bei dieser Gruppe nicht verfangen. Tatsächlich werden da wohl Vertrauenspersonen aus dem Umfeld eher diejenigen sein, die was ändern können.

    1. Cathleen sagt:

      Offensichtlich gab es Unregelmäßigkeiten in Pfizer’s Phase 3 Studie zu ihrem mRNA Impfstoff laut einer aktuellen Studie im renommierten Fachjournal BMJ.

      https://www.bmj.com/content/375/bmj.n2635

      Zitat: „A regional director who was employed at the research organisation VentaviaResearchGroup has told The BMJ that the company falsified data,unblinded patients, employed inadequately trained vaccinators,and was slow to follow up on adverse events reported in Pfizer’s pivotal phase adverse events reported in Pfizer’s pivotal phase III trial. Staff who conducted quality control checks were overwhelmed by the volume of problems they were finding. After repeatedly notifying Ventavia of these problems,the regional director,Brook Jackson, emailed a complaint the regional director, Brook Jackson,emailed a complaint to the US Food and Drug Administration (FDA). Ventavia fired her later the same day. Jackson has provided The BMJ with dozens of internal company documents, photos,audio recordings, and emails.“

  8. Martino sagt:

    zu den Gaspreisen:

    Katrin hat die Staaten hier in „Gazprom-Staaten“ und „Nicht-Gazprom-Staaten“ einsortiert, und dann argumentiert, in „Gazprom-Staaten“ seien die Lager leer.

    Es ist allerdings nicht das Unternehmen Gazprom, das deutsche Lager (nicht) auffüllt, sondern die Betreiber dieser Lager. Wie ihr sagtet, sind/werden die bestellten Mengen geliefert.

    These meinerseits: Nach einem sehr niedrigen Gaspreis im Winter 2019/2020 (vor Corona!) und fallenden Energiepreisen während Corona haben die Lager-Betreiber hier schlecht gepokert und auf den kurzfristigen Markt spekuliert.

  9. Christian sagt:

    Die ersten Wörter dieser Folge sind „Zäune und Mauern“.

    Fefe bezeichent dies immer als unwahscheinlichen Ast des Realitätszweiges:

    Wer hätte gedacht, dass Rassismus gegenüber polnischen Arbeitern oder von mir aus rumänischen Schlachtern oder Spargelstechern, mal zu einem EU-Austritt und dann zu einem Mangel an Waren im Supermarkt führen kann.

    Gefühlt scheint die polnische, bulgarische oder auch rumänische Arbeitskraft eine der mobilsten zu sein. [was nicht sein muss da viele deutsche Konzerne auch Ingenieure in ihren rümanischen Tochterunternehmen für die Hälfte eines deutschen Arbeitnehmerlohnes, bei selber Qualifikation zahlen]

    Lukaschenko so die Erzählung möchte uns also „bedrohen“ mit Einwanderern über Polen.

    Zitieren wir mal den Chef der Bundesargentur für Arbeit Detlef Scheele:

    „Der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit hat die Bundesregierung aufgerufen, mehr Zuwanderer ins Land zu holen. Deutschland brauche rund 400.000 Zuwanderer pro Jahr.“

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/migranten-scheele-arbeitsagentur-mangel-arbeitskraefte-101.html

    Die Implikationen einer Rentnerrepublik [Stefan Schulz: Aufwachen Podcast] bedeutet jeder Menschenseele habhaft zu werden, je weiblicher und jünger desto besser.

    Dann hat der Staat für die wichtigste aller Bedigungen zu sorgen: Bildung.

    Stell dir vor du bist n Einwanderer und möchtest hier deine KInder auf´s Gymnasium schicken.
    Dann gibt es Rektoren die deine Kinder aus Prinzip nicht auf ihre Schule lassen wollen:
    https://youtu.be/KOZIRyhhWq0?t=845

    Das mag sich etwas komisch anhören aber Frauen und Kinder zuerst ist tatsächlich ein sinnvoller Spruch:
    https://www.tagesschau.de/investigativ/kontraste/fluechtlinge-familiennachzug-auswaertiges-amt-101.html

    Mauern und Zäune
    – Wir brauchen die Menschen.

  10. sternburg sagt:

    Holgi, war das Trollierung oder ein (natürlich lässlicher) Hirnfurz von Dir, den – sehr jan-delayigen – Songtext von Jan Delay mit dieser formvollendeten Selbstüberzeugung Fanta 4 zuzuordnen?

  11. Philip sagt:

    Zu der Diskussion über den CO2-Ausstoß von Indien und dem Westen gibts so einen Gedanken, der mich seit einer Weile verfolgt:

    Warum führen wir eigentlich überhaupt die Diskussion auf dieser Ebene von gegenseitigen Vorwürfen über die Vergangenheit oder die Gegenwart? Diese Argumentation bringt niemand etwas und es ist immer möglich plausible Gegenargumente zu finden.

    Tatsächlich würde ich sagen, man kann weder Indien, noch dem Westen große Vorwürfe zum Klimawandel machen: Wenn man sich den jeweiligen historischen Kontext anschaut, konnte weder Indien sein Bevölkerungswachstum in den Griff kriegen, noch der Westen die Industrialisierung stoppen. Hinterher ist man immer schlauer. Aber zum Zeitpunkt als diese Dinge passiert sind, konnte die jeweiligen Gesellschaften nicht wirklich anders.

    Also sollte man diese Art der Argumentation gar nicht erst zulassen – weder von Indien, noch vom Westen aus. Sie ist so zielführend, wie ein Streit zwischen Kindern, darüber, wer zuerst angefangen hat.

    Stattdessen sollte man sich angucken, was *jetzt* getan werden kann, um den Klimawandel in den Griff zu kriegen. Und da wäre sicherlich die beste Herangehensweise, sich darauf zu einigen, dass der Westen primär den Infrastrukturaufbau in Indien und Afrika finanziert – während man hier eher eine allmähliche Transformation betreibt. Auf die Weise verhindern wir, dass die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Indien das Klima killt – *und* wir haben unsere Wirtschaft gezielt gefördert, da natürlich die Aufträge zum Bau der Infrastruktur zwangsläufig wieder zu uns gehen *müssen*.

    Zu dem Thema gab es einmal einen sehr guten Forschergeist-Podcast: https://forschergeist.de/podcast/fg066-klimaneutralitaet/

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